FR. 14.11.08 KOSI COMES AROUND

up: kosi comes around
DJ KOZE (Kompakt, International Pony, Buback, Hamburg) WIGHNOMY BROTHERS (Freude am Tanzen, Jena)
down: bass plus
PEAK PHINE (Distillery, Bass Plus, Leipzig) SENCHA (Distillery, Bass Plus, Mad Again!, Leipzig)

Start: 23:00 | add to Cal


Kosi comes around!

Am liebsten würden wir ja gar keine Werbung machen und erst recht keine Schleichwerbung, aber: Kennt Ihr diese Werbung von Dacia, mit Braunstich, in der Fidel Castro eine alte Villa betritt, an seinen Gesinnungs-Dudes Lenin, Gandhi, und Luther-King vorbeiwandelt, um schließlich auf der Terrasse mit Marx und Che Guevara über die nächste Revolution zu beratschlagen? Wenn nicht, stellts Euch einfach vor.

DJ KozeSo ähnlich könnte DJ Koze nun in den Zug nach Leipzig steigen, in jede Sitzgruppe des Wagens blicken, erst seinen alten Jungs von Fischmob zunicken, Aphex Twin einen Klaps auf die Schulter geben, mit ChuckD von Public Enemy abschlagen und seine Plattentasche letztlich auf der Ablage über so einem Vierer-Sitz-Abteil verstauen. Er nimmt Platz, hängt seine Jacke hin. Ihm gegenüber sitzen Hildegard Knef und Carl Craig, den Fensterplatz neben ihm wärmt J Dilla. Kurzes Schweigen, man sieht sich eher selten. Craig atmet ein, setzt an, bricht aber doch ab und so ergreift Hilde das Wort: "Und, wie hast Du dir das vorgestellt heute Abend in der Distillery?" Hier nun würde die Fernsehwerbung enden, aber Mr. Koze darauf: "Also (...) ich dachte (...) Ihr kommt alle mit und wir machen halt Party, oder?"

Und das ist es, was wir an diesem Abend in der Distille erwarten können. Im weitesten Sinne spielt sich alles unter dem Deckmantel von Tech-House und Techno ab. Doch Koze hat einen zu langen musikalischen Weg hinter sich, um schnöde Sets zusammenzustellen. Die Taschen seines Mantels sind vollgestopft mit Trumpfkarten: DMC-Vize - Scratching-Skills, HipHop-Vibes, Telefonterror, Fernsehjunkie-Symptome, die Deepness der Basic Channel-Veteranen und abwegiges Sampling. All diese wird er über den Abend verteilt unter die Menge mischen, immer genau dann, wenn mehr als ein Zehntel der Leute gerade ihre Arme senken wollen. Klar, das ist anstrengend für beide Seiten und kostet den DJ viel Konzentration. Aber Ihr seid es Koze wert, diesen Aufwand betreibt er von Party zu Party immer neu, um für einige Stunden der Woche einen Club irgendwo auf der Welt anzuheizen und die gängige emotionale Kälte vor der Tür zu lassen. Heute ist dieser Ort eben die Distillery. Da bleibt kein Auge trocken, verlasst Euch drauf!

Wighnomy-Brothers – And U will Dance

Wighnomy BrothersAngekommen in den heiligen Hallen der Distillery wird Koze dann auf zwei Gleichgesinnte treffen, die trotz einer ehemaligen, uns allen bekannten Grenze Parallelen in ihrem Werdegang aufzeigen. Die beiden Jenaer Gabor Schablitzki alias Robag Wruhme und Sören Bodner alias Monkey Maffia trafen sich 1988 beim Breakdancen und haben sich in ihrer adoleszenten Freizeit nach verschiedenster neuer Musik umgehört. Gestriffen wurde dabei alles von HipHop über Ambient und Techno bis hin zu Independent Rock, solange es in den eigens gebastelten Rahmen von innovativer, ästhetischer Musik passte. Um diesen Soundästhetik-Gedanken weiterzuführen, haben sie sich schnell auf die Schallplatte als einzig gültiges Medium neben den Instrumenten festgelegt und so erweitert sich sie Sammlung weiter und weiter und weiter... – der Ein oder Andere kennt das vielleicht. Damit vergrößert sich auch stetig das Spektrum eben dieser Vinylspuren, die, wie vorhin schon erwähnt, in die Luft gestreckte Arme als einen Club-Screen-Shot erscheinen lassen. Das ist auch der Grund, warum die beiden immer wieder gern bei uns gesehen werden und selbst immer wieder Bock haben, die Bude zu zerlegen.

Besagtes Munitionsspektrum setzt sich nach mittlerweile 18 Jahren Turntablepräsenz aus den Einflüssen einer Vielzahl von Musikstilen, vor allem aber DeepHouse zusammen und bildet aktuell eine Form, die sie selbst als "Raven mit Verstand" beschreiben. Es würde nicht genügen, sich dabei auf einen Stil zu beschränken, gibt es doch so vielfältige Musik, die dieser Maxime gerecht wird. Minimale, bouncende, gebrochene oder jazzige Beats finden alle ihren Platz in einem Set der Wighnomy Brothers, denn was zählt, ist die Funktion: Freude am Tanzen.

www.djkoze.de
www.internationalpony.de
www.wighnomy-brothers.de
www.bassplus.de

Text: rekorder
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