SA. 06.09.08 FINEST SELECTION MEETS WHERE THE BUFFALO ROAM

up: finest selection
PAUL BRTSCHITSCH (Rootknox, Leena, Berlin) ANDREAS ECKHARDT (Distillery, Leipzig)
down: where the buffalo roam
STEPHAN VON WOLFFERSDORFF (Distillery, Where the Buffalo Roam, Leipzig) PETER RINGEL (Where the Buffalo Roam, Leipzig)

Start: 23:00 | add to Cal


An Paul Brtschitsch bleibt man nicht nur beim - übrigens kroatischen - Namenlesen hängen. Auch wenn es um seine - übrigens von der Techno-Anfangszeit zu Beginn der 90er Jahre in Clubs wie dem Frankfurter Omen geprägte - Musik geht, verweilt man gerne.

Paul BrtschitschVor allem auf der Tanzfläche. Brtschitschs Stärke speist sich durch ein zeitloses Musikverständnis und einer ausgeprägten Sorgfalt, was Arrangement und detailverliebte Soundforschung angeht. Emotionen sind für ihn fester Bestandteil guten Sounds. 1996 veröffentlichte er seine erste Platte auf dem Label Tritone und arbeitete bei dem Offenbacher Vinyl-Vertrieb Neuton. Im selben Jahr gründete er mit dem DJ André Galluzzi das Plattenlabel Taksi. Ihr Track "Schneesturm" wurde 2001 von Plus 8 lizensiert und erschien mit einem Remix von Richie Hawtin. Gemeinsam produzierten sie außerdem zwei Alben und veröffentlichten auf Labels wie Force Inc., Ongaku und Music Man.

Seit 2000 produzierte er unter seinem eigenen Namen insgesamt drei Alben für das Plattenlabel Frisbee. Das Konzept: auf Albumlänge ein DJ-Set mit ruhigem Aufbau, harter Mitte und versöhnlichem Ende zu komprimieren – und dabei einige interessante Klangräume zu erschließen, die man so vorher noch kaum gehört hat.

Paul BrtschitschEin Konzept, das Brtschitsch gern auch auf seine Live-Acts anwendet. Live ist live, ist seine Devise, was bedeuten soll, dass Brtschitsch auch wirklich einen Gerätepark aufbaut, um eine wirkliche Liveshow zu gewährleisten. Seine Sets sind zwischen 1,5 bis 2 Stunden lang, auf das Publikum und die jeweilige Stimmung einzugehen und spontan zu reagieren sind für ihn eine Selbstverständlichkeit. Seit 2003 hat Brtschitsch auch verstärkt die Grenzen des Dancefloors verlassen, um sich in Projekten wie Atmo/Brtschitsch, Trip-Hop- und Pop-ambitionierten Projekten zu widmen. In diesem Zusammenhang arbeitete er erstmals mit Sängern. Hinzu kamen einige Remix-Aufträge u.a. für "Snap – Rhytm is a dancer", "FPU – Racing Car" (Ministry of Sound) und "Pascal Feos – Overflow". Desweiteren produzierte er die Musik für den Space-Radar Pavillion auf der Expo 2000 in Hannover.

Seit 2006 wohnt Brtschitsch wieder in Berlin und feierte mit "Twirl/Under" ein furioses Dancefloor-Comeback auf Ostgut Ton. Im darauf folgenden Jahr gründete er sein eigenes Label Rootknox, dessen Philsophie die interaktive Entwicklung eines Baumes ist: "gemeinsam von der Wurzel bis zur Krone". Bisher wurden vier digitale Tracks veröffentlicht. Zudem koproduzierte Brtschitsch Anja Schneider für ihr erstes Album, das Anfang diesen Jahres erschien.

Weitere Umtriebigkeit ist bei Paul Brtschitsch vorauszusehen, aber das sollte nicht spurlos an uns vorbeigehen. Und da es bei diesem Mann tatsächlich unumgänglich ist, nicht nur am Namen hängen zu bleiben, haben wir ihn - übrigens live - heute Abend im Club.

http://www.myspace.com/paulbrtschitsch
http://www.rootknox.com
http://www.leena-music.com
http://www.myspace.com/leenamusik

Text: Alina Kona

Auf dem unteren Floor gibt es derweil ein mittlerweile legendäres Motto: Where the Buffalo Roam. Verantwortlich für dessen Umsetzung zeigen sich Stephan von Wolffersdorff und Peter Ringel.
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