SA. 19.10.19 27 YEARS OLD - 24 H WOHNZIMMER

up:
ACID PAULI (Console, Notwist, Smaul Records, Berlin) BUTCH (Otherside, Rekids, Desolat) BORIS DLUGOSCH (Running Back, Hamburg) FILBURT (Distillery, O'RS) MIKE VAN GOETZE (Distillery, Leipzig) DILIVIUS LENNI (Distillery, Räucherkammer) THOMAS STIELER (Distillery, Freude am Tanzen, Saalfeld) SHURAY & WALLE (Distillery, Räucherkammer, Leipzig) DIE MADE UND DAS DIRN (Puffy, Mooqui Marbles) MAJUS TROPA (Mood)
down:
VINCENT NEUMANN (Distillery, Leipzig) NADINE TALAKOVICS (Distillery, No Show, Leipzig) GEORG BIGALKE (45 Minutes of Techno, Distillery, Drec, Leipzig) DANIEL SAILER (Distillery, Where the Buffalo Roam, kompl3x, Leipzig) ATALANTA (Distillery, Inferis, Leipzig) YOU & ANOTHER B2B CEDRIC KUSCHNICK (Inferis, Leipzig)

Start: 23:30 | add to Cal


„Als wir im September vor 27 Jahren voll enthusiastisch die alten Kellerräume der Kronenbrauerei von Kisten befreiten und die erste Party vorbereiteten, wusste niemand, dass statt weniger Wochen viele Jahre Distillery vor uns liegen. Völlig unbedarft und naiv, ausschließlich mit dem Fokus auf Techno, waren die ersten Jahre nicht nur wild sondern komplett illegal. Das Ende unserer Zeit in der Brauerei wurde im Beisein der Bildzeitung durch einen Bautrupp besiegelt, der pressewirksam unsere Eingangstür zumauerte.Mit dem Umzug in die neue Location wurde das Leben ernster, der Club professioneller und die Distillery rückte in die oberen Ränge der Clubbundesliga vor. Irgendwann waren fast alle namhaften Künstler gebucht, der Alltag kehrte ein, die Jahre vergingen und die Frage kam - was nun?Mittlerweile geht die Arbeit weit über das normale Clubgeschäft hinaus - Networking mit anderen Clubs, Politik und Stadtentwicklung werden immer wichtiger und ein langsam einsetzendes Umdenken auch in Leipzig, dass Clubs wichtig sind und nicht nur Lärm und Schmutz verursachen, ist ein Ergebnis dieser Arbeit.Der größte Brocken liegt nun aber vor uns - in zwei Jahren müssen wir umziehen, soviel Zeit bleibt uns noch am jetzigen Ort. Eine Stiftung, die Eigentümerin der neuen Location wird, ist gegründet, das Gelände gekauft, jetzt geht es drum, Baurecht zu bekommen und dann mit dem Umbau des alten Eisenbahnkraftwerkes loszulegen. Wir sind voller Enthusiasmus und haben richtig Bock - aber auch Respekt, denn diese Größenordnung ist völliges Neuland für uns.
Aber erstmal wird gefeiert und zwar richtig! Und dann in die Hände gespuckt!“ – Steffen Kache (Distillery)

Spätestens mit 27 wird es Zeit für eine kleine, gedankliche Exkursion auf dem Zeitstrahl. Plötzlich steht man zwischen den (Bar)Stühlen und fragt sich, ob man noch der hippe Laden ist,oder sollte man vielleicht doch langsam das Wort „Club“ abstreifen und gegen das des „Kulturbetriebes“ eintauschen? Haben es sich alle bequem gemacht im Wohnzimmer? Füße hoch, wir müssten da mal kurz durchwischen. Als vor 27 Jahren unser Experiment „Techno Sachsen“ anfing, haben wir uns wenig Gedanken über die Zukunft gemacht. Jaja... damals, wieunbeschwert. Mitte 20, Anfang 30, man steht auf den eigenen Beinen, hat inzwischen einen treuen Freundeskreis, der nicht alle sechs Monate wechselt. Einen, auf den man sich verlassenkann. Mit 27 bewerkstelligt man Probleme wie den plötzlich anstehenden (Club)Umzug deutlich gelassener. Trotz Gelassenheit, bitte keine Langeweile! Kurz nachdenken. Es ist so viel passiert. Viel haben wir schon wieder vergessen. Am besten man trifft sich mal wieder, am besten nicht zu kurz, auch mal länger. Mal wieder 24 Stunden zusammen sein, tanzen, von früher erzählen und von jetzt. Das wird gut, alles ist gut! 1995 war für die Distillery ein entscheidendes Jahr. Der Umzug auf die Kurt-Eisner-Straße, und damit der Anfang der 24 Jahren Techno-Hotspot markierte. Zur selben Zeit machte ACID PAULI, damals unter dem Pseudonym „Console“, seine ersten Schritte als Produzent und legte damit den Grundstein seiner Musiker Karriere. Martin, wie ihn seine Mutter taufte, legte sich nach erfolgreichen Bandprojekten den Namen Acid Pauli und einen recht eigensinnigen Sound zu. Mit Atari, Tape Deck und Synthi nahm er sein erstes Album auf und entwickelte sich fix zu einem der gefragtesten Live Acts der Szene. Noch so zwei Tausendsassa sind BUTCH und BORIS DLUGOSCH. Gefeiert wird Butch vor allem als Producer Wunderkind, aber auch als DJ. Das „Kind“ ist natürlich irreführend, da Butch schon mindestens seit Eröffnung der Distillery an ersten Tracks schraubt. Noch länger arbeitet BORIS DLUGOSCH an seiner Plattensammlung. Es gibt Überlieferungen von unglaublichen Vinyl Schätzen die jedem*r Sammler*In Freudentränen in die Augen treiben würden. Einen Schwung dieser Platten bringt er mit. Selbstverständlich sind auch sämtliche Residents anwesend, von ATALANTA bis VINCENT NEUMANN, kommen alle zum Gratulieren und Spielen vorbei. See you on the dancefloor altes Haus.
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