Wieviel hat zeitgenössische Clubkultur eigentlich mit Tagespolitik zu tun? Die Zusammenhänge scheinen manchmal mehr als paradox: Während der Krieg in Afghanistan endlich auch als solcher deklariert wird, mal abgesehen davon, ob die Konsequenzen, die das mit sich bringt, erstrebenswert sind, durften wir bereits Ende letzten Jahres bei "Wetten dass?!" erfahren, dass unser Verteidigungsminister von Guttenberg seine Gattin doch tatsächlich auf der Love-Parade kennengelernt hat...
Doch solche Parallelen sind zufälliger Art und es bleibt eher zweifelhaft, dass sich die Techno-Szene dadurch geehrt fühlt. Und ob junge Menschen, die sich an Wochenenden gern zu Beats und Bässen bewegen, sich durch Guido Westerwelles Interview in der BRAVO, in dem er über seine Homosexualität und Kinderwünsche sprach, motiviertfühlen, wählen zu gehen, ist ebenso unklar. Doch Clubkultur kann in gewisser Weise auch direkt Einfluss auf das aktuelle Weltgeschehen nehmen. Wenn beispielsweise am 5. Mai in der Distillery eine Benefizparty für die Opfer des Erdbebens in Haiti steigt, steht nebendem Spaß ebenso das Helfen im Vordergrund – auf eine entspannte, aber nicht minder ernst gemeinte Weise versteht sich.
Aber auch diverse andere Veranstaltungen, zu denen wir Euch im Mai 2010 einladen, können über sich auf die Entwicklungen, die Euch umgeben, auswirken. Es liegt an uns und an Euch. Wenn Ihr beispielsweise am 7. Mai den Poetry-Slammern gelauscht habt, könnte das Euren Gedankenhorizont erweitern und wenn Ihr Euch während der Performances vom Motor City Drum Ensemble, Aux88, Dapayk oder Robag Wruhme den Dancefloor unterwerft, setzt Ihr mit Sicherheit so viel Energie frei, dass Ihr damit vor Ort und Stelle eine Revolution anzetteln könntet. Auch die Wiederauferstehung des Chillouts zuEhren von Markus Welbys Geburtstag könnte es vermögen,Euch in solche Entspannungszustände zu versetzen, dass wir gemeinsam dem Weltfrieden ein Stückchen näher kommen. Oder gehen wir jetzt ein bisschen zu weit?
Wir werden sehen... | |