SA. 10.01.09 7 YEARS HOERFUNK MEETS SYNTAX

up: 7 years hoerfunk b-day
JULIETTA (Harry Klein, München) MARKUS KAVKA (MTV, Harry Klein, Berlin) MARKUS WELBY (hoerfunk, Distillery, Melt!-Festival, Leipzig)
down: syntax
BIGALKE (45MOT, Distillery, Drec) STEVE K (Distillery, Syntax, Leipzig) RHYMIN ROB RIDER (QB, Leipzig)

Start: 23:00 | add to Cal


Markus Welby's Hörfunk wird sieben Jahre alt. Oder besser jung. Um dieses Thema gleich perfekt auszuleuchten, holt er sich unter anderem einen Mann an die Plattenteller, der sich gerade mit dem Thema alt/jung und Erwachsenwerden in seinem neuen Buch auseinander gesetzt hat. Der selbstbetitelte "Opa des Jugendfernsehens", der selbst nie aus den Jugendschuhen herausgewachsen ist, wird diesen Abend mit seiner Anwesenheit beehren: Markus Kavka.

Zwischen seiner ersten selbstgekauften Platte "Visage - Fade to grey" und seiner heutigen Plattenkiste liegen schon ein paar Jährchen, die natürlich an Kavka auch nicht spurlos vorbeigegangen sind. In dieser Zeit hat er sich zu einem der coolsten Säue der deutschen Fernsehlandschaft gemausert, zum Buch-und Kolumnenschreiber und vor allem zu einem der exzellentesten Musikkenner. Älter geworden ist er Gott sei Dank nie dabei. Und das wird sich, wenn es nach ihm geht, auch so schnell nicht ändern. "Solange morgen so lustig wird wie gestern" macht er weiter wie bisher. Genau mit dieser Einstellung steht es sich auch vorzüglich hinter den Decks der Distillery. Dass er immer die grandiosesten Platten und verborgensten Schätze in seinem Plattenkoffer transportiert, braucht an dieser Stelle eigentlich nicht mehr erwähnt werden. Der Fokus seiner Sets liegt nicht auf der tausendprozentig ausgefuchsten Technik, sondern auf der Tanzbarkeit, auf dem Glück, das jede einzelne Platte dem Publikum bringt. Maximaler House, minimaler Techno und Arschwackelgroove. Da hat uns der Markus einen tollen Markus eingeladen.

Um die Freistaat-Tangente vom Ex-Bayern Kavka auch auf den weiteren Teil des Abends auszuweiten, hat sich der Herr Welby auch die schöne Münchnerin Julietta eingeladen. Sie hat mit Herrn K. sogar noch mehr Parallelen: neben dem DJing und Bayerntum auch das Radio, denn beide haben hier ihre ersten Schritte getan. Julietta ist ihres Zeichens Debütantin in der Distillery, aber macht Euch gefasst und haltet schonmal die Tanzbeine im Zaum – da erwartet uns Einiges! Ihre ersten Platten kaufte sie sich Mitte der Neunziger, aber nicht etwa, um als DJ groß Karriere zu machen, sondern einfach für sich selbst. Chicagohouse und Detroit-Scheiben haben ihr Leben bereichert. Erst später kam das Auflegen dazu. Ihre Schätze sollten damit endlich die heimatlichen Wohnzimmer-Gefilde verlassen. Den ersten Gig bestritt Julietta im legendären Münchner Ultraschall, bis heute hat sie einige Residencys angehäuft, unter anderem im Harry Klein, Flokati und Club Krang Amsterdam. Ihr Stil bewegt sich zwischen House und Techno, wird nie einsilbig, hält immer Überraschungen bereit. Hier liegt übrigens noch eine Gemeinsamkeit mit Markus Kavka: auch Julietta wirft dem Publikum gerne mal eine rare, alte Platte vor die Tanzbeine...

Was nehmen wir aus diesem Abend mit? 7 Jahre Hörfunk heißt noch lange nicht, dass wir alt geworden sind. Solange morgen so lustig wird wie gestern!

Hamma wieder was gelernt...

http://www.djkavka.de
http://www.myspace.com/lajulietta
http://www.markuswelby.de

Text: Mandy Engel


Syntax 2009 – andonandonandonandona

Die Vertreter des syntaxen Techno haben es letztes Jahr zum fünfzehnten Mal geschafft, unseren Keller in einen Grenzbereich zu verwandeln. Immer wieder wurden die Gäste an die Schwelle zwischen Bewusstsein und Selbstaufgabe geführt. Vermeintlich spielten die DJs mit dem Feuer: als sei eine Menschenseele nichts wert, wurden immer wieder Tonträger eingespeist, deren Folgen völlig unklar waren. Doch nur scheinbar: Es hätte nicht halb so gute Parties gegeben, hätten die Leute den mysteriösen Typen hinter den Plattenspielern nicht ihr vollstes Vertrauen entgegengebracht. Diese Gewissheit, dass Steve K, Georg Bigalke und viele andere eben nicht leichtsinnig mit der ihnen anvertrauten Verantwortung umgingen, machte diese Abende überhaupt erst möglich. Unerträglich wäre die Spannung sonst gewesen, hätte man wirklich um den Verlust der Kontrolle fürchten müssen. Während all die Pilgerer auf der Tanzfläche sich nicht weiter um ihr Schicksal kümmerten, behielten die da vorn immer die Fäden in der Hand. Wie Marionettenspieler hätten sie uns alle herumführen können, ins Verderben treiben, aber taten es nicht. Stattdessen ging irgendwann doch wieder das Licht an und man war wieder einigermaßen die Person, als die man gekommen war. Naja, ein bisschen verpeilter vielleicht.

Meistens gab es noch jemanden, der sich für eben genannte Phänomene besonders verantwortlich fühlte, wir erinnern uns an Digital Princess, Mark Hawkins, Jerome Hill und wie sie alle hießen. Zwei waren jedoch immer dabei: die eben genannten Steve K und Georg Bigalke waren die Paten, die so gnädig waren, uns einigermaßen selbstgesteuert wieder in die Umwelt zu entlassen. Monat für Monat haben die beiden diesen Ablauf gegen Mitternacht gezielt eingeleitet und in den späten Morgenstunden ebenso kontrolliert zu einer vorläufigen Unterbrechung geführt. Diesmal werden sie die Strippen die ganze Zeit in der Hand behalten und auch den Hauptteil des Stückes gestalten. Kaum vorzustellen, was dann noch an die Oberfläche drängen wird. Es werden diese Technostücke sein, die Deine bisher unbekannten Seiten auf der Tanzfläche aufzeigen. Straighter Techno, mit einer Seele, die mit Deiner ständig zu konkurrieren scheint und vor allem eins ist: zeitlos.

Bei aller Sicherheit und Vertrauen, so bleibt doch auch an diesem Abend ein kleines Restrisiko – wie bei jeder noch so kleinen Operation am Menschen. Und die sind ja bekanntlich irreversibel.

http://www.myspace.com/syntaxleipzig
http://www.esoulate.com

Text: rekorder


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