SA. 22.10.11 19 YEARS OLD PART II

up: 19 years!
MARBERT ROCEL (Compost Records, Leipzig) STEFFEN BENNEMANN (Nachtdigital, Holger, Leipzig) ANDREAS ECKHARDT (Distillery, Leipzig) CHRIS MANURA (Ackerdub, 3000°, Distillery, Leipzig) RUKEY (Distillery, esoulate, Leipzig) SOULSLIDE (Hyperion) AFTERHOUR BIS IRGENDWANN MIT U.A.: + SPECIAL GUESTS
down: young!
LUCY (Stroboscopic Artefacts, Paris/Berlin) DANIEL SAILER (Distillery, Where the Buffalo Roam, kompl3x, Leipzig) STEPHAN VON WOLFFERSDORFF (Distillery, Where the Buffalo Roam, Leipzig)

Start: 23:00 | add to Cal


Die Distillery wird 19 Jahre jung – oder: der Samstag mal etwas anders!

Ach ja, das ewige Klagen gegen das Älterwerden - der römische Schriftsteller und Philosoph Marcus Tullius Cicero hatte es satt und tat das in seiner 45/44 vor Christus entstandenen Schrift „Cato Maior de Senectute“ auch kund. Er stellte fest, dass vorzugsweise diejenigen das Alter als beschwerlich empfinden, die auch in früheren Lebensphasen schon unglücklich waren. Außerdem solle man nicht darüber jammern, dass man ein Alter erreicht habe, dass man doch eigentlich auch ganz gern erreichen wollte. Cicero plädiert für ein aktives Alter, in dem man seine Ressourcen, wie Geisteskräfte, Weisheit, Erinnerung, Eifer und Fleiß bewahrt und nutzt, und Sinn durch die Beschäftigung mit Kunst und Wissenschaft findet. Cicero ist unser Mann. Wir klagen nicht, dass die Distillery wieder einmal ein Jahr älter wird, im Gegenteil, für uns ist das ein Grund zum Feiern. Aber richtig. Also mobilisiert mit uns Eure geistigen und körperlichen Kräfte, nehmt die unvergesslichen Erinnerungen aus 19 Jahren Clubgeschichte hinzu und seid bereit, Euch ein Jahr mehr mit den schönen Künsten und der Wissenschaft von gutem Sound verschiedenster Spielarten zu befassen. Die Distillery lebt, ist und macht (hoffentlich noch lange) Liebhaber guter Partys glücklich und deshalb gibt es keinen Grund, sich über das Alter zu sorgen.

Marbert Rocel – Swinging House-Pop Live

Marbert RocelEntspannter, groovender und süßer könnte ein Geburtstagsständchen kaum sein: Marbert Rocel spielen Electro-Jazz auf eine einzigartig leichte und sonnige Art mitten in den Dancefloor und Eure Herzen hinein. Das Thüringer Trio aus dem Umfeld von Clueso besteht aus Marcel Aue (DJ Malik) und Robert Krause (Panthera), deren beschwingte Elektronika gepaart mit dem lieblich-frechen Gesang von Antje Seifarth (Spunk) gute Laune kreieren, dabei spannend bleiben, spontan und losgelöst. Clubmusik war nie so zeitlos schön.

Der Headliner gibt den Groove des Abends vor, den die Residents, die heute darauf einsteigen, lange vorher schon zu dem ihren auserkoren haben. Sie wandeln ihn ab, spielen damit und lassen ihn wachsen in alle Richtungen. Damit bleibt es entspannt, locker, tanzbar und herzlich – ein idealer Klangteppich auch für all jene, die schon ein bisschen älter als die Distillery sind.

www.marbertrocel.com/
www.myspace.com/marbertrocel

Lucy – Tanz der Seele

Luca Mortellaro „Lucy“ ist der Künstler unter den Technoproduzenten. Bis vor wenigen Jahren studierte er an der Pariser Eliteuniversität École Linguistik und Kognitionswissenschaften. Nun lebt er in Berlin und sein 2009 gegründetes Label Stroboscopic Artefacts wurde binnen kurzer Zeit zu einer hoch geschätzten Adresse in der Szene. Vielleicht liegt es daran, dass er die Sache Techno anders angeht: „Identität bedeutet für mich nicht Identität durch einen Sound. Ich möchte nicht in ein bestimmtes Genre einsortiert werden. Wenn ich sage, dass ich Technoproduzent bin, heißt das nicht, dass ich nur geraden 4/4-Techno mache. Techno ist eher ein Gefühl, eine Herangehensweise an Musik.“ sagte er der Zeitung taz in einem Interview.

Mit den Veröffentlichungen auf seinem Label, zu denen auch sein erster Langspieler „Wordplay for Working Bees“, der im März diesen Jahres erschien, gehört, verfolgt er einen klaren künstlerischen Anspruch. Er mach keine Vorgaben, wie man seine Musik zu hören hat, aber sie sollte bewusst gehört werden, den vorstrukturierten Arbeitsalltag aufbrechen, Ungekanntes freilegen: „Ich hoffe, dass mein Album beim Hörer verborgene Stimmungen wecken kann. Wenn man Tag für Tag arbeiten muss, schläft sogar die Seele ein. Man hört auf, bestimmte Dinge zu fühlen. Und ich habe festgestellt, dass es nichts Stärkeres gibt als Musik, um sie aufzuwecken.“ Als DJ weckt er die schlafende Seele nicht nur, er bringt sie auch zum Tanzen.

www.stroboscopicartefacts.com

10 Uhr beginnt die Afterhour – Dieser Geburtstag wird so bald nicht zu Ende gehen....
distillery.de