SA. 13.03.10 6 YEARS FINEST SELECTION MEETS BASS PLUS!

up: finest selection
KADEBOSTAN (Freude am Tanzen, Mo's Ferry, Fenou, Genf) CHRIS MANURA (Ackerdub, 3000°, Distillery, Leipzig) ANDREAS ECKHARDT (Distillery, Leipzig)
down: bass plus!
STARKEY (Planet Mu, Seclusiasis, Slit Jockey, T & B, Lo Dubs, Philadelphia) PEAK PHINE (Distillery, Bass Plus, Leipzig) SENCHA (Leipzig)

Start: 23:00 | add to Cal


Reise auf dem Soundteppich von Kadebostan

KadebostanAm Anfang denkst Du: "Das ist unmöglich! Man kann doch nicht einfach so auf einen kunstvoll gewebten Teppich steigen, sich in eine gemĂŒtliche Position begeben und plötzlich abheben." Schnell merkst Du, dass es ganz einfach ist. Man muss es nur tun. Allein bist Du ja auch nicht. Den fliegenden Teppich unter Dir navigiert dieser Typ namens Kadebostan. Er ist es, der Dich an Orte bringt, von denen Du noch nie etwas gehört hast. Sie klingen gut, ein bisschen fremd manchmal, aber aufregend. Gut, dass Du auf einem Teppich durch all die LĂ€nder schwebst, ein Flugzeug hĂ€tte Dir diese Einblicke nicht möglich gemacht. Nur so kann der Fahrtwind, der um Deine Ohren streift, Dir die Beats, die Streicher, den Big Band Sound und die arabischen LautenklĂ€nge nĂ€her bringen. Du denkst an Tausendundeine Nacht, an Dvorak und ein Jazzkonzert in einem verrauchten Hinterhofclub gleichzeitig. MĂ€rchen? Du lachst.

Es ist einfach ein bisschen mystisch mit Kadebostan, der mit seinem Debut "Caracas Soul" seine persönliche Definition von Club-Sound vorlegte: eine sehr spezielle, intelligente, leidenschaftliche, mit GefĂŒhl arrangierte Musik, die auf einem Streifzug durch die LĂ€nder und Kulturen der Welt, hier und da ein paar Töne eingesammelt hat. Diese transportiert er in seinen Maschinen in den Club und lĂ€sst sie direkt auf dem Dancefloor wieder frei. Mitunter nimmt er aber auch gern mal die Musiker mit, wie im Falle eines Kammerorchesters aus Minsk, mit dem der Genfer das Bandprojekt "The National Fanfare of Kadebostany" ins Leben rief, dessen erste Release im April 2010 auf Mental Groove Records erscheinen soll. 2010 wird auch die 10 Inch EP "The Souk" auf Mo‘s Ferrys Sublabel Fenou veröffentlicht sowie "Indian Prince" mit einem Remix von Robag Wruhme. Letzteres ist insofern naheliegend, als dass Kadebostan bereits eine enge Zusammenarbeit mit Freude am Tanzen pflegt.

Chris Manura und Andreas Eckhardt werden es als Gastgeber dieses Abends gekonnt zu verstehen wissen, Euch den Abflug und die Landung zu versĂŒĂŸen.

http://www.myspace.com/kadebostan
http://www.myspace.com/finestselection

Text: Maren Probst


Roh, unverfĂ€lscht, gebrochen, basslastig – Starkey

StarkeySchön, wenn Musik keine Grenzen kennt. Zwar ist mit dem Topic "Streetbass" schon mal ein Ansatzpunkt geschaffen, doch unser DJ-Gast an diesem Abend bringt es hiermit lediglich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Und so sollte man diesen Begriff live erleben, statt darĂŒber zu sinnieren, ob hier gleich ein gĂ€nzlich neues Genre abgestempelt wird. Dieses GefĂŒhl könnte jedoch durchaus aufkommen, denn Paul J. Geissinger verkörpert seinen Sound nicht nur als Produzent perfekt, sondern mindestens ebenso beeindruckend mit seinen unglaublichen DJ-Sets. Welcome to Starkville!

Schon zu jener Zeit, als Grime noch frisch war und Dubstep noch nicht ganz so etabliert, konnte Starkey mit ersten Releases punkten. Roh, unverfĂ€lscht, gebrochen, basslastig. Veröffentlicht wurde z.B. auf Werk, wo auch die Leipziger Echobomber von Jahtari ihre Tracks unterbrachten. LoDubs kam als Dubstep-Imprint dazu, aber auch Slit Jockey als eigenes Baby fĂŒr seinen grimey Sound. Die Zusammenarbeit mit MCs reicht dabei von Durrty Goodz bis Badness, und auch seine RemixkĂŒnste zeugen von einer AffinitĂ€t zu Hip Hop. Auf der anderen Seite konnte Starkey sein Album "Ephemeral Exhibits" auf Planet Mu unterbringen, wohl einem der vielseitigsten und einflussreichsten Electronica-Labels ĂŒberhaupt, was wohl bestens zu ihm passt. Letztendlich schliesst sich auch wieder der KĂŒnstlerkreis zu vergangenen Bass Plus-Abenden, wenn man Labels wie Trouble & Bass um den New Yorker Drop the Lime, oder Dress2Sweat und Rwina mit einbezieht.

Fakt ist, dass Starkey nicht nur als Producer gefragt ist, sondern mindestens ebenso als DJ ĂŒberzeugt. Wiederholt hat er bei Mary Anne Hobbs' Radio Show gespielt, vor einiger Zeit sogar mit Reso (Bass Plus Januar '10) beim "Building the Beat Special" live einen Track gebaut. LegendĂ€r sind nicht nur seine mitgeschnittenen DJ-Sets, sondern auch seine "Streetbass Anthems" auf Seclusiasis. Nicht zuletzt gewann er Laptop Battles in den USA und ist ĂŒberhaupt jemand, der die Vorteile neuer DJ-Medien wohl bis aufs Letzte ausreizt. Das macht seine Gigs nicht nur musikalisch, sondern auch technisch eindrucksvoll. Lange mussten wir auf einen freien Slot bei einer seiner raren Europa-Tourneen warten, aber nun kann Leipzig nicht mehr behaupten, man hĂ€tte von nichts gewusst!

Den Support ĂŒbernehmen wie immer Peak Phine und Sencha, bestens ausgerĂŒstet mit ihren ganz persönlichen Streetbass Sounds, die ja bekanntlich auch die Genres von Breaks, Electro, Techno und House sprengen. Im wahrsten Sinne!

Text: Sencha
distillery.de