DO. 22.10.09 AUFTAKTEN! - SEMESTERANFANGSVERANSTALTUNG (FREMDVERANSTALTUNG)

up: mash it up
COMIXXX (baunz records, xXxXx, Berlin) KNIXX (baunz records, xXxXx, Jena) PETER INVASION & GARDENER (Riotvan, Here Is Why, Leipzig)
down: soul to soul
FREQUENTO (Sunsetsoul, Polyesterclub, Leipzig) DA WIESEL (Polyesterclub, Sunsetsoul, Leipzig)

Start: 22:00 | add to Cal


ComixxxJüngst an der BuHa, der Bushaltestelle, der guten alten, stand Christoph. Er war einer der ersten, den ich überhaupt an der Fachhochschule kennen lernte. Damals hatten wir beide gerade angefangen Sozialpädagogik zu studieren. Das ist inzwischen 9 Jahre her und wenn ich versuche, mich an diese Zeit zu erinnern, dann ist es als schaue ich durch einen geblümten Duschvorhang in die Vergangenheit. Vor 4 Jahren habe ich das Studium hinter mir gelassen und arbeite seitdem als Head der Abteilung Human Resources eines großen Capital Development Unternehmens. Ja, ich bin ein Anzugträger geworden. Und fahre Mercedes, wenn er nicht gerade kaputt ist. Und Christoph? Naja, ich will nicht sagen, er ist ein Versager... aber er studiert gerade im 2. Semester Philosophie. Inzwischen sein 18. Hochschulsemester! Das Potpourri seines studentischen Werdegangs macht ihn sicherlich zum höchstqualifizierten Bewerber auf Jobs wie Manager einer Fair Trade Gesellschaft in Bhutan, oder Chief of Stock eines Paraphernalia-Versandwarenhauses in Venezuela. Aber er studiert ja noch.

Er sieht eigentlich auch noch genauso aus wie damals: Röhrenjeans, leicht fransiges T-Shirt, ausgebeultes Jacket und Sneakers – ein Frauentyp, ein unrasierter Casanova, der Halbjahr für Halbjahr die Semesterauftaktpartys abklapperte und sich immer als besonderer Wegweiser und Seelendoktor für die Probleme und Bedürfnisse blutjunger Studentinnen erwies. Das waren schon verrückte Zeiten damals, als wir noch gemeinsam rumzogen morgens in fremden WG‘s aufwachten, um Aufbackbrötchen mit ranziger Butter zu essen und beschissenen Filterkaffee zu trinken mit Leuten, die wir erst am Abend vorher kennengelernt hatten und die ich heute garantiert niemals einstellen würde. Während des Katerfrühstücks begann man sich dann gemeinsam an die Heldentaten der vergangen Nacht und die zwielichtigen, geheimnisvollen, liebestollen Stunden des Morgengrauen, von unsittlichen Besuchen in Freibädern, umgestalteten Wahlplakaten und Mundraub bei der Bäckerlieferung zu erinnern.

Ob Christoph immer noch zu "auftakten!" geht? Sind solche Abende wiederholbar? Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, wann ich das letzte mal so gut gefeiert habe, seitdem ich arbeite. So ein bisschen kann ich da Christoph schon verstehen Studentenzeit geht viel zu schnell vorbei!

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Text: Christian Gesellmann
distillery.de