DO. 30.10.08 JAPAN CUTS

up: japan cuts
DJ KRUSH (Sony, Mo-Wax, Tokyo) RUKEY (Distillery, esoulate, Leipzig) MALCOLM (Downtownlyrics, Radio Blau, Leipzig)
down: back 2 fun
ABDEL HAKIM (Zoosound, Most Wanted, Stars for Soul) DA WIESEL (Polyesterclub, Sunsetsoul, Leipzig)

Start: 22:30 | add to Cal


DJ Krush - Strictly Turntablized

DJ KrushHideaki Ishii spricht kein Wort Englisch. Er versteht nicht die Raps von Guru, MosDef und The Roots, obwohl er mit ihnen und zahlreichen anderen zusammen Musik gemacht hat. Wie es trotzdem zu einer Zusammenarbeit kommen konnte, hat eine simple Begründung: sein Alias "DJ Krush" spricht die Sprache seiner Kollegen perfekt. Nicht in Worten – aber über Atmosphäre, Gefühl, Flow und Ehrlichkeit. In dieser Sprache haben Statussymbole, Geschichten von irgendwelchen geilen Bräuten, dem letzten Banküberfall etc.pp. keine Bedeutung. Sie ist in ihrer Form auch nicht an 90bpm, bestimmte Rhythmen oder überhaupt gesprochene Worte gebunden, sondern drückt sich vielmehr durch eine immer wiederkehrende Attitüde aus: früher wurde sie HipHop genannt. Wer diese längst vergessene Sprache noch spricht, wird ihn verstehen, den nun schon 46-jährigen Japaner.

Aber keine Angst: trotz dieser scheinbaren Ernsthaftigkeit weiß Krush, worauf es in einem Club wie der Distillery am späten Abend ankommt: auf Lebendigkeit, ausgedrückt durch Party, verursacht durch Musik. Seine Sets sind genreunabhängig und zeichnen einen Umriss um das weite Feld von genau dieser Art Musik, die nicht vergeht, die Bestand hat. Sie beginnen bei seinen eigenen Arbeiten, die früher vor allem durch roughe Breakbeats und Jazz gekennzeichnet waren und heute mehr Ambiences, atmosphärische Tiefe enthalten. Die Sets führen weiter über Titel von TripHop-Helden wie DJ Shadow, den HipHop-Klassikern der 90er, bis hin zu tief grummelnden, treibenden Drum&Bass-Stücken. Die Grenze nach hinten bleibt dabei offen für Neues.

Medium dieser Nacht wird ausschließlich die Schallplatte sein – sie hat in Krush ihren Meister gefunden. Er schafft es nicht nur, dem gerade laufenden Stück ein anderes, wie dafür geschaffenes Lied beizumischen, sondern spickt diese Kreationen zusätzlich mit Turntablism der höchsten Art. Es macht eben einfach Spaß, ihm zuzuschauen, wenn er dort vorn, hinter den Decks, zu Meditieren scheint und wie selbstverständlich dafür sorgt, dass Du deine Stimme überanspruchst. Er scheint das nicht gelernt zu haben, vielmehr will es aus ihm raus und er ordnet es lediglich für uns. So fügt sich alles zusammen und erreicht uns – in eben dieser einen Sprache. Verstehst Du diese Sprache und gehst den Weg über sein weites Feld mit, wird es ein in dieser Form einmaliger Abend in der Tille werden.

Der Local Support kommt an diesem Abend von den DJs Rukey und Malcolm. Und das könnte besser nicht sein, denn während Malcolm hier als HipHop Vertreter mit Seele auftritt, wurden Rukeys Anfänge mit HipHop und Funk im Laufe der Jahre zu einem abwechslungsreichen Stilmix. Heute spricht er von Downbeat, LoFi sowie Up-und Downtempo als seine neuen Leidenschaften...

http://www.mmjp.or.jp/sus/krush
http://www.myspace.com/djkrushofficial
http://www.discogs.com/artist/DJ+Krush
http://www.myspace.com/djrukey
http://www.esoulate.com
http://www.downtownlyrics.de

Text: rekorder

Wer sich Tickets reservieren möchte, kommt hier zur Ticketreservierung. Für alle anderen gibts aber auch ausreichend Karten an der Abendkasse.
distillery.de