SA. 31.05.08 DANCEMATERIAL MEETS DRESS 2 SWEAT

up: Dancematerial:
ROLANDO (Los Hermanos, Cross Roads, UR Veteran, Detroit/Edinburgh) STEFFEN BENNEMANN (Nachtdigital, Holger, Leipzig) SVEN TASNADI (KaterMukke, Moon Harbour, Poker Flat)
down: Dress 2 Sweat:
BENé (Riotvan, Ortloff, Mod.Civil, Leipzig) SENCHA (Leipzig) PEAK PHINE (Distillery, Bass Plus, Leipzig)

Start: 23:00 | add to Cal


Wenn man über DJ Rolando spricht, muss man auch von Underground Resistance sprechen. Und wenn man Underground Resistance sagt, dann klingt das mächtig, dann stehen nicht nur zwei Wörter, sondern eine Institution im Raum.

Rolando1989 von Jeff Mills und Mike Banks (Mad Mike) in Detroit gegründet, ist UR ein Musikprojekt, dass nach den Worten von Mike Banks „...aus der Kraft von Public Enemy und aus der Liebe für die deutsche Präzision von Kraftwerk entstanden ist.“ Von Anfang an versteht sich Underground Resistance als Gegenpol zu den Major Labels. Die „Aktivisten“ tragen Camouflagehosen und schwarze T-Shirts, treten bisweilen auch maskiert auf, haben Namen wie The Vision, The Wizard, Agent Chaos, The Unknown Soldier und The Suburban Knight und machen mit politischen Statements und einer eigenen Sozialpolitik auf sich aufmerksam. Gewinne fließen in Kindergärten und Stadtteilprojekte in Detroit, man versucht, der Jugend Alternativen zu Drogen und Kriminalität aufzuzeigen mit Musik, die tiefer geht als der kurze Rausch und die Seele hat. UR richtet sich gegen das sogenannte Programming, d.h. den gesamten Komplex von Staat, Öffentlichkeit und Wirtschaft, der die Bürger zu seinem Vorteil programmiert, die Menschen durch Schulbildung, Erziehung, Werbung und auch Gesetze in eine funktionierende Maschine verwandelt.

1999 dann kommt die Geschichte von DJ Rolando aka The Aztec Mystic ins Spiel. Damals noch als Teenager brachte Rolando den Track „Jaguar“ heraus, der sich in kurzer Zeit zu einem Kulthit der Technoszene entwickelte. Das Majorlabel Sony (und BMG, welche das Stück lizenzierten) interessierte sich für eine Veröffentlichung von "Jaguar" im großen Stil. Underground Resistance lehnten das jedoch aus Überzeugung ab. Sony ignorierte das völlig und brachte dennoch eine Coverversion inklusive Videoclip ohne Zustimmung von UR heraus. Weltweit überfluteten daraufhin Mails von Underground-Resistance-Sympathisanten den Sony-Mailserver und legten ihn lahm. Die bekanntesten DJs der Welt unterstützten das Original in der so genannten Condition red (Alarmstufe rot). Sony zog letztendlich die europäische Veröffentlichung kleinlaut zurück, veröffentlichte jedoch das "Jaguar"-Cover weiterhin in Südamerika. "Es waren schmutzige Geschäfte! Aber über die rechtlichen Fragen hinaus war das für uns eine spirituelle Schändung. Ich bete für die Seelen der Leute, die das getan haben. Denn das war, wie einen Engel zu vergewaltigen." Sagte Mike Banks zu dem skandalösen Vorfall.Und Laurent Garnier, einer jener Djs, in dessen Plattenkoffer nie eine UR-Scheibe fehlt, meinte: "Jaguar" war in gewisser Weise das Trojanische Pferd des Techno, das daran erinnerte, dass the soul, die Seele dieser Musik, unverkäuflich ist und dass es bei den bösartigen Angriffen und Schachzügen der Gangster aus dem Musikbusiness keine gütliche Übereinkunft geben konnte..."

www.myspace.com/crossroads1
www.myspace.com/loshermanosdetroit
www.undergroundresistance.com

Sencha & Peak PhineWie es mit neuen Partyreihen sein sollte, stellen sich zunächst einmal die Gastgeber persönlich vor, um der Crowd zu zeigen, was da in nächster Zeit auf sie zukommt. Und zweifelsohne, das ist eine verdammte Menge! Abseits von bereits bestehenden Soundkonzepten an Distillery-Samstagen wird bei „Dress 2 Sweat“ in aller Regelmäßigkeit für Überraschungen gesorgt! Kein Wunder, denn allein schon die Zusammensetzung der Macher, bzw. festen DJs des Abends ist spannend genug. Sowohl Snout, als auch Peak Phine und Sencha können auf einen immensen Plattenfundus und DJ-Erfahrung von Hip Hop, Breaks und Electro bis hin zu Techno und Disco zurückgreifen. Nun mag der geneigte Clubgänger unter Umständen leichte Überforderung auf Grund ausufernder Musikstyles verspüren. Aber keine Angst - diese Herren wissen, was sie tun! Im Grunde ist es einfach. Die DJs wollen Party, und ihr sowieso! Also ist das Ding schon im Kasten. Was euch konkret erwartet, ist eine Mischung aus energetischen TechFunk-Tracks, gern auch eine gesunde Portion Acid und Electro. Nu Rave und Ed Banger-Sound ist ebenso ein musikalisches Thema, wie Detroit und Chicago eine Bedeutung haben werden. Gute Clubmusik, nicht mehr und nicht weniger. Snout ist dabei sicher noch mit seinem Live Act „Mod.Civil“ in Erinnerung, nebst Parties mit seiner „Audiofiction“-Crew im Distille-Keller. Aber auch Peak Phine und Sencha konnten im Rahmen des Fridayclub einige Bomben mit der „Bass Plus“-Reihe zünden, wobei man hier schon viel zu oft das Gefühl hatte, dass deren Sound an einem Samstag im Keller für gehörig Trouble sorgen könnte. Auch wenn manch Einer die zwei Wochenendtage im Club ja immer noch gern strikt trennt, wenn es um die stilistische Ausrichtung geht. Dass dies nicht zwingend sein muss, wird problemlos bewiesen werden. Dress 2 Sweat!!!

www.myspace.com/snoutilus
www.myspace.com/mysencha
www.myspace.com/peakphine

Text: Sencha
distillery.de