SA. 24.12.05 BACK IN DA DAYS

up: Back to the 80s
SLOWHAND E (Stars for Soul, Rhythm Club, Leipzig) ARNE (Conne Island)
down: back in da days: Oldschool Acid + Techno
MARKUS WELBY (hoerfunk, Distillery, Melt!-Festival, Leipzig) ADAMA & UWE (Residents Distillery 92-95)

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Slowhand EWeihnachten ist bekanntlich DIE Zeit der Besinnung. Da kommen schon manchmal Fragen auf. Der Mensch schaut zurück, um Kommendes gern besser sehen zu können. Was aber bitte macht ein Club?

"The same procedure as every year", könnte man fast meinen, wenn es wieder heißt: "80ies come back" in der Distillery zum 24. Dezember. Jedoch diesmal wird die eigene Geschichte der beginnenden Neunziger des letzten Jahrhunderts gleich noch mitreflektiert. Die Residents der ersten Jahre stehen an den Turnies.

Einer davon, Markus Welby, ist auch heute noch allen ein Begriff. Adama und Uwe kennen 10 Jahre nach Beendigung ihrer Residency wahrscheinlich nur noch die alten Hasen. Aber aus gut unterrichteten Kreisen wurde in Erfahrung gebracht, dass sie all ihre Eye Q, Harthouse und MfS Platten gut archiviert haben und die beiden im heimischen Wohnzimmer ab und zu noch hinter den Turntables stehen.

Einem Techno-Distilleryabend der Art "1992 + X" steht damit nichts mehr im Wege. Besinnung heißt ja nicht zwangsläufig gelangweiltes Nägelkauen.

Distillery 1992-1995DRUNK ließ es sich nicht nehmen, noch ein paar kleine Fragen zum Abend an denjeningen zu stellen, der in den Anfangstagen dabei war und auch heute noch die Geschäfte der Distillery führt.

DRUNK: Wie kam die Idee zustande, am Weihnachtsabend die Anfangsresidents des Clubs noch einmal hinter die Turntables zu bitten?

Steffen Kache: Der 24.12. ist immer so ein Tag, wo man keine Lust hat, normales Programm zu fahren und wo auch mal ein Anlaß ist, etwas ausgefallenere Sachen zu machen. Oben hatten wir sowieso aufgrund vielfachen Wunsches eine 80er Jahre Party geplant. Da war es nicht weit, im Keller auch etwas prähistorisches zu machen. Da wir eh mal eine Revivalparty machen wollten, bot sich er 24.12. geradezu an. Und die alten Residents dabei zu haben, ist sozusagen das Sahnehäubchen.

DRUNK: Meinst du, dass die Atmosphäre der Anfangstage ins Heute tragbar ist?

Steffen Kache: Ich kann mir schon vorstellen, dass ein gewisses Gänsehautfeeling entstehen kann. Wenn dann noch Adama und Uwe zu ihrer alten Hochform auflaufen, kann da schon einiges abgehen. Gut, die alte Distille war etwas keimiger und abgefahrener. Dafür ist jetzt die Anlage fetter. Und ... Keller ist Keller.

DRUNK: Gibt es noch Gemeinsamkeiten der alten Distillery mit der heutigen?

Steffen Kache:Nach wie vor ist der alles bestimmende Antrieb für unsere Arbeit der Anspruch, die beste Musik in Town zu präsentieren. Darunter verstehen wir frischen guten Stoff, der in gewisser Weise an vorderster Stelle der elektronischen Musikentwicklung steht. Das zweite wäre, dass gute Musik ohne Party nicht viel mehr als Trockenschwimmen ist - also Party, Party Party. Das ist, was nach wie vor die Distillery bestimmt. Gut wir sind jetzt 10 Jahre älter, 90% der alten Crew gehen andere Wege. Wir sind jetzt legal und zahlen ordentlich Gebühren und Steuern, müssen dafür aber nicht mehr bangen, dass das Notstromaggregat auch wirklich anspringt und haben Wasser aus der Wasserleitung.

DRUNK: Dein größter Wunsch für den Abend, außer dass der Weihnachtsmann schwer bepackt erscheint?

Steffen Kache: Viele gutgelaunte Leute, Schnee und Lebkuchen. Und Uwe mit Tequila-Bananensaft unterm Plattentisch liegend.

(Text und Interview: ©riticale)
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