SA. 12.06.04 MASTER BUILDER

up: House & Electro:
ROBERT HOOD (M-Plant, Music Man Records, Detroit) STALKER (1bit-wonder, Distillery) STEVEN CURL (VJ Distillery, Leipzig)
down: Drum & Bass: Rolling Sounds!
DREAS + REMASURI (Rolling Sounds)

Start: 23:00 | add to Cal


Robert HoodRob Hood war und ist eine der prägendsten Figuren des Detroit Techno. Sein Name steht für die zwei Hauptmerkmale des Sound of Motor City: Minimalismus als die Reduzierung auf das absolut Notwendigste einerseits, Soulfulness als typisches Merkmal der heruntergekommenen Industriestadt am Eriesee andererseits.

Gemeinsam mit Jeff Mills und "Mad" Mike Banks gründete Hood im Jahre 1990 das Projekt Underground Resistance (UR). Als Bündnis des sogenannten Triumvirates der zweiten Detroit-Generation verband UR erstmals den für die Entwicklung aller Formen der "black music" so wichtigen Soul Motowns mit dem barschen, noch stark industrial-geprägtem Acid und Electro, der bald als der typische UR-Sound seinen Siegeszug um die Welt antreten sollte.

1992 aber trennten sich Mills und Hood von Detroit und damit auch von Banks und UR. Sie gingen zunächst nach New York, um fortan auf Mills‚ eigenen Label Axis zu veröffentlichen (auch gemeinsam als H&M).

Nach Hoods erstem Solo-Album, das nicht nur Kraft seines Titels ("Minimal Nation") überhaupt erst den Terminus "minimal" untrennbar mit der Musik "Techno" verband, trennten sich jedoch auch ihre Wege und Mills zog es fortan vor, ausschließlich eigene Releases auf Axis zu veröffentlichen. So gründete Hood 1994 sein bis heute betriebenes Imprint M-Plant. Hier releaste er ebenfalls überwiegend eigenes Material und machte es durch jahrelange Qualitätsarbeit zu einem der wichtigsten Bezugspunkte in Sachen minimaler Techno.

Trotz seiner konsequenten Linie hat sich Hood bis zum heutigen Tage seine Experimentierfreudigkeit bewahrt. Inzwischen veröffentlicht er allerdings mit Vorliebe auf dem Label seines französischen Gesinnungsfreundes, John Thomas (Logistic), oder auf dem englischen Label Peacefrog. Dazu gehört auch sein im letzten Jahr erschienenes "Wire To Wire" Album, welches sich erstmals nicht vorrangig der weiteren Erforschung minimaler Strukturen widmete, sondern mit zahlreichen melodischen, ja fast schon housigen Tracks eine wesentliche breitere Bandbreite des Hoodschen Schaffens aufwies als seine bisherigen Longplayer.

Robert Hoods DJ-Qualitaeten stehen seinem Schaffen als Producer in nichts nach. Es ist nach wie vor ein Vergnuegen der besonderen Art, ihn hinter den Turntables zu erleben. Heute wird uns der Meister mit einem speziellen Oldschool Electro und House-Set begluecken.

Text: (sb)

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